Der Einfluß von Kauf- und Verkaufsgebühren beim Wertpapierhandel

BankgebührenBeim Handel von Wertpapieren fallen Gebühren an. Diese teilen sich beispielsweise in Provisionen für die Banken, Spesen, Maklercourtage und gegebenenfalls Depotgebühren auf. Diese Gebühren haben einen oftmals unterschätzten Einfluss auf die Performance-Entwicklung der Wertpapiere im eigenen Depot. In dem folgendem Beitrag will ich auf diese Einflüsse der Kauf- und Verkaufsgebühren eingehen.

Fangen wir mit einem kleinen Fallbeispiel an: Bei einem Ordervolumen von 2.000 Euro fallen beim Kauf eines Wertpapieres insgesamt 5 Euro Gebühren an. Diese müssen bei einem Verkauf ebenfalls wieder bezahlt werden. Die Gesamtgebühren betragen somit 10 Euro. Dies macht 0,5% von dem Ordervolumen aus. Das Wertpapier muss demzufolge 0,5% an Wert zulegen, damit die Gesamtgebühren bezahlt sind. Erst bei einem Kursanstieg von mehr als 0,5% werden Gewinne mit dem Wertpapier eingefahren. Beträgt das Ordervolumen lediglich 500 Euro, entsprechen diese 10 Euro Gesamtgebühren stolze 2% von dem Ordervolumen. Das folgende Diagramm stellt die prozentualen Anstiege von Wertpapieren dar, welcher notwendig sind, um die Kauf- und Verkaufsgebühren auszugleichen.

 
Wie sieht jedoch das Fallbeispiel unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer aus? Die Abgeltungsteuer wird mit 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5% von der Abgeltungsteuer) plus gegebenenfalls Kirchensteuer (9% von der Abgeltungsteuer) angesetzt. Insgesamt muss also maximal 27,9951% von dem Gewinn abgeführt werden. Zum Ausgleich der 10 Euro Gesamtgebühren muss ein Wertpapier, welches mit 2.000 Euro erworben wurde, um 0,69% bzw. 13,89 Euro steigen (27,9951% von 13,89 Euro entsprechen 3,89 Euro Abgeltungsteuer; 13,89 Euro minus 3,89 Euro entsprechen 10 Euro). Bei einem Ordervolumen von 500 entspricht der notwendige Wertzuwachs 2,78%, um die Gesamtgebühren von 10 Euro auszugleichen. Die folgende Übersicht stellt wieder die prozentualen Anstiege von Wertpapieren dar, welche notwendig sind, um die Gebühren auszugleichen – jedoch diesmal unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer.

 

Fazit:

Je höher die Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren sind, desto höher muss auch der Anstieg der Wertpapiere ausfallen, um diese auszugleichen.

Gebühren-Rechner:

Mit dem folgenden Rechner können sehr schnell die notwendigen prozentualen Anstiege der Wertpapiere errechnet werden, welche notwendig sind, um mindestens die Kauf- und Verkaufsgebühren auszugleichen. Bei der Berechnung kann die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls die Kirchensteuer mit berücksichtigt werden.


Bildquelle: © Gunnar3000 | Dreamstime.com
Hinweis: Alle Rechner wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Sollten dennoch Fehler in den Rechnern auftreten, bitte ich diese entweder per E-Mail (E-Mailadresse siehe Impressum) oder als Kommentar zu melden. Sämtliche Angaben und Berechnungen sind ohne Gewähr.

Ein Gedanke zu “Der Einfluß von Kauf- und Verkaufsgebühren beim Wertpapierhandel

  1. Ich denke ab einem Betrag von 2 TEUR verringert sich der Kostenaufwand nur noch marginal. Davor lohnt es sich, bei 1.000 oder 1.500 EUR noch zu warten und eine größere Summe zusammen zu sparen.
    Wenn man den Verkauf aber streicht und so nur 50% der Kosten annimmt, spielt der Kaufbetrag eine kleinere Rolle. Das kann man fortschreiben…
    Bei einer Haltedauer von 20 oder 30 Jahren sind die Kosten insgesamt gesehen komplett zu vernachlässigen.

    Fazit: Je häufiger die Käufe und Verkäufe, desto wichtiger die Höhe der Kaufposition. Je weniger Aktionen und je länger die Haltedauer, desto unwichtiger werden die Kosten.

    Viele Grüße
    D-S

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